Die goldenen Tore für mein Buch – Der Einhängemechanismus

Goldenes Tor Einhängemechanismus

Der Einhängemechanismus betritt die Bühne

Heute betrat der Einhängemechanismus überraschend die Bühne im Co-Writing mit Monika Stolina und der Gruppe: Liebe Hilkea, wo stehst du gerade? Wie geht es dir heute? Und was hast du vor, heute zu schreiben?

Ich bin müde, unendlich müde. Die Nacht war kurz und die Motivation ist auch eingeschlafen. Aber wenigstens ein Cluster möchte ich schaffen, dann erlaube ich mir, zurück ins Bett zu gehen.

Und wieder kam alles anders als gedacht. Monikas Gedanken weckten mich lange genug, um inspiriert zu clustern. Und plötzlich war sie da, die zündende Idee.

Der Einhängemechanismus ist neben seinem sperrigen Namen, unter dem man sich alles und nichts vorstellen kann, wirklich ein komplexes Thema. Wir haben so viele Strukturen innerhalb unseres Halses, die eine große Rolle spielen, es geht um ein Miteinander, es geht um sich widersprechende Funktionen wie sprechen, schlucken, singen.

Wie kann ich auf verständliche Art und Weise das Interessante an diesem Mechanismus darstellen? Erst einmal nur einen ganz anderen Zugang zu diesem Kapitel zu finden, damit man beim Lesen mit Bildern und Gefühlen verbunden sein kann, das wünsche ich mir. Denn eigene emotionale Vorstellungsbilder sind das A und O beim Lernen. Und sie machen Spaß, bringen Verbindung in die Synapsen und lassen uns alles unter einem anderen Blickwinkel betrachten.

Der Einhängemechanismus spielt eine große Rolle, genau das schrieb ich. Und da war sie, die Idee!

Der Einhängemechanismus als Theaterstück

Einhängemechanismus Goldenes Tor

Betrachten wir das Ganze mal als eine Art Theaterstück. Wir haben viele verschiedene Darsteller:innen. Sie haben Haupt- und Nebenrollen. Und wie echte Schauspieler kämpfen sie darum, die Hauptrolle zu erhalten und spielen auch mal jemand anderen an die Wand, wenn es nur dem eigenen Nutzen dient. Manche sind sehr beweglich, z.B. unsere Muskeln. Sie können verschiedenen Herren dienen und wechseln auch schon mal die Seiten. Auf ihre Treue ist nicht immer Verlass. Und auch die eigentlich festen Bestandteile sind beweglicher als wir zu Anfang gedacht haben.

Da wird geschoben und gezogen, es ist ein Geben und Nehmen und Streit ist an der Tagesordnung, denn irgendwie wollen immer alle gewinnen. Aber wir wissen aus dem normalen Leben: es kann nicht immer gewonnen werden, das gilt für unseren Hals genauso wie für das Leben.

Doch genug der Vorrede:

Vorhang auf für das einhängemechanistische Theater

Um wen geht es eigentlich? Wer ist unser Hauptdarsteller? Um wen wird gebuhlt, wer soll erobert werden? Um wen reißen sich alle?

Der Kehlkopf betritt die Bühne

Der Kehlkopf hängt so richtig mittendrin. Und ist doch unser König.

Kehlkopf mit Mantel und Krone

 

Und er hat Höflinge, wie es sich für einen richtigen König gehört. Es sind 7 Muskelpaare, die versuchen, den König auf ihre Seite zu ziehen. Sie haben teils lustige Namen und an manchen Namen erkennt man, dass sie einer Familie angehören, denn die Nachnamen scheinen gleich zu sein.

Höflinge Einhängemechanismus

Wir hätten da die Familie der Hyoiden. Sie alle stammen vom Urvater, dem Zungenbein ab. Und wir haben die Familie der Thyroiden. Sie gehören zur königlichen Familie des Kehlkopfes. Ein bisschen weiter in der Abstammungslinie hätten wir noch die Familie der Styloiden. Es sind die Denker, denn sie stammen vom Schädel und damit recht gehirnnah. Die Namen, wenn ich sie aufschreibe, muten wie die einer Science Fiction Serie an.

Und jetzt noch Zunge und Kehldeckel

Mitten im Stück, wenn man schon denkt, alle Protagonisten seien nun aufgetreten, erscheinen plötzlich noch Randfiguren, die aber nicht weniger wichtig sind. Denn plötzlich erhebt auch die Tante, die immer mitreden will, das Wort und möchte natürlich dabei sein. Schließlich hat auch sie familiäre Bindungen in die Familie der Hyoiden und Styloiden. Und im Grunde ist sie ständig das Zünglein an der Waage.

Mit den Thyroiden ist sie eher nicht verwandt. Aber ihr wisst ja wie das ist mit den Verbindungen innerhalb großer Familien ist. Irgendwie kennt doch jeder jeden oder kennt jemanden, der jemanden kennt. Und genauso auch hier.

Einhängemechanismus

Und dann hängt da noch der arme Verwandte mitten im System herum. Keiner weiß so recht, wozu er gut sein soll. Aber Onkel Epiglottis, kurz von allen nur liebevoll Glotti genannt, steht immer in der Mitte des Raumes und ist nicht weg zu bewegen. Mal steht er hoch aufgerichtet im Saal und dann wird er wieder von der Gattin, die er liebevoll Züngli nennt, schlicht nach unten gedrückt, da sie es gewohnt ist, viel Raum einzunehmen.

Nun kennen wir alle Protagonisten, mögen die Spiele beginnen. Aber welches Stück wird gerade gespielt? Schlucken? Oder doch lieber Operngesang? Oder wenn schon singen, dann bitte Rockmusik.

Die Schauspieler sind nun alle vorgestellt. Sie, liebe Leserinnen und Leser haben ihre Phantasie vielleicht anschalten können. Vielleicht haben sie sich die königliche Kleidung des Kehlkopfs und seines Gefolges vorgestellt. Vielleicht haben sie die Stimme von Onkel Glotti und Tante Züngli im Ohr? Haben Sie Bilder? Wie sieht ihr eigenes Hofgefolge aus? In was unterscheiden sich die Styloiden, die Hyoiden und die Thyroiden?

Mit all diesen Bildern möchte ich Sie in das nächste Kapitel des Buches entlassen. Und wenn Sie eines Tages das fertige Buch in den Händen halten, erkennen Sie die Muskel-Hofschranzen wieder, sobald der wissenschaftliche Teil losgeht? Haben die Herrschaften immer noch Schnallenschuhe an und Perücken auf dem Kopf, wie es sich gehört?

Probieren Sie es aus. Vielleicht wird das Lernen und Lesen auf diese Art und Weise dann zum Spaß und zum Ratespiel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.