Wie spüre ich meine Kreativität?

Katze schleicht um die Ecke, rot

Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.”

Albert Einstein zugeschrieben

Was für ein wunderbarer Satz, der mich auf Facebook unvermittelt ansprang.

Gerade im Mai hatte ich einen wahren Vulkan-Ausbruch an Kreativität und wollte dem gern noch weiteren Raum geben. Ich gehe davon aus, dass Kreativität für jede/n etwas Anderes ist und ich hatte vor allem Lust, über meine eigene Kreativität zu schreiben und wie sie sich in mir anfühlt, denn das ist so eine wunderbare Empfindung.

Ich bin sehr schnell nach Abschluss des Schreibkurses schon wieder mitten in meine Arbeit in der gesangpädagogischen Fortbildung eingetaucht, kein Gedanke mehr an das Buch, das ich gerade schreibe über das Nervensystem und die Stimme. Und doch hatte ich Lust, gleich etwas zu Kreativität zu schreiben. Eben weil ich die letzten Wochen so viel davon in mir gespürt habe. So viele Gedanken, die einfach auftauchten, quasi aus dem Nichts, sich vorher auch nicht angekündigt hatten.

Dies wird übrigens kein Blog-Artikel, der sich wissenschaftlich mit dem Phänomen der Kreativität auseinander setzt. Ich spüre ganz einfach meiner eigenen Kreativität nach:

  • Wie entfaltet sich meine Kreativität besonders gut?
  • Wo im Körper spüre ich sie?
  • Was weckt meine Kreativität?
  • In welchem Bereich meines Berufs taucht sie plötzlich auf?
  • Kann ich Kreativität “machen”?

Entfaltung von Kreativität

Wenn ich recht entspannt bin, aber vor allem, wenn ich weiß, dass ich etwas Zeit habe, dann kann sich bei mir Kreativität entfalten.

Kann ich Kreativität im Körper spüren?

Ich kann sie gut körperlich spüren. Diese Lebendigkeit ist fast im überall zu spüren. Besonders allerdings im Becken und Bauchbereich. Es ist wie ein kribbeln, fast so als wäre ich verliebt. Mein Körper möchte sich dann bewegen, tanzen, sich winden, die Füße tanzen, machen Rhythmen. Und mein Geist ist aufgeregt, freudig erregt. Etwas beginnt zu sprühen, innerlich. Wenn ich mich dann zufällig im Spiegel sehe, kann ich meine Augen blitzen und strahlen sehen.

Was weckt meine Kreativität?

Ich habe in den letzten zwei Monaten wunderbare neue tools kennen gelernt, die meine Kreativität aufwecken können. Da ist zum einen das clustern, eine Technik, wo man einen Begriff in die Mitte eines Blattes schreibt und dann die Worte kommen lässt, unabhängig davon, ob sie in diesem Moment Sinn machen. Ich persönlich nehme dann noch meine Buntstifte und male in den Worten herum, wie es mir sinnvoll erscheint oder welche Farbe ich heute diesen Worten zuordnen möchte.

Mich von einem Bild oder Gedicht inspirieren zu lassen habe ich auch schon ausprobiert. Auch das geht sehr gut.

Aber am besten funktioniert bei mir lesen. Wenn ich Geschichten lese oder aber auch Philosophen und Sachbücher zu Themen, die mich interessieren, kommt meine Phantasie so richtig in Gang. Ich stelle Verbindungen her, habe neue Geschäftsideen, das Hirn sprudelt nur so und auch mein Körper wird ganz lebendig. Also andere Autor:innen sind meine größte Inspirationsquelle. Danke für so viel geniale Geister, die ich schon kennenlernen durfte.

In welchem Teil meines Berufs taucht plötzlich Kreativität auf?

Die kann immer und überall auftauchen. Wenn ich unterrichte kann es passieren, dass ich auf einmal eine Idee habe, was ich gern mit der Schülerin machen möchte. Ja, ich habe auch eine Menge Erfahrung und die spielt mit hinein, aber ich kann merken, wie etwas tief innen auf einmal die Steuerung übernimmt, über das ich nicht bewusst nachgedacht habe. ES sagt mir, was zu tun ist. Und wenn ich hinterher die Stunde rekapituliere ist alles sehr folgerichtig gewesen. Nach solchen Stunden gehen ich und die Schülerin oft sehr beglückt aus dieser Begegnung. Es ist entsteht ein Flow und die Kreativität konnte sich frei entfalten.

Manchmal taucht sie auch unvermittelt auf, wenn ich etwas lese. Fachliteratur lese. Egal ob es Faszien, Embryologie oder Neurologie ist. Sie kann jederzeit um die Ecke kommen und mir neue Einsichten und Erkenntnisse vermitteln. Und auch da taucht dann dies kribbeln auf, von dem ich schon berichtet habe. Anfangs fand ich es ungewöhnlich, dass beim Lesen schwieriger Themen sich auf einmal ein solches Gefühl einstellt, aber mittlerweile begrüße ich es einfach und freue mich daran.

Kann ich Kreativität machen?

Ja und Nein. Manchmal bin ich einfach so in diesem Flow von Kreativität, dass ich gar nichts machen brauche, sondern nur genießen, bewegen, sprechen, niederschreiben.

Und wenn ich nicht drin bin brauche ich vor allem Zeit, wenn ich sie “machen” will. Denn es braucht Zeit, in mich hinein zu horchen, wohin ich gehen möchte, innerlich. Kann ich ins Fließen kommen durch tanzen? Durch einfach nach Musik bewegen? Durch Lesen? Durch clustern? Durch telefonieren mit Freundinnen? Denn eins habe ich gelernt … Kreativität braucht ein Nährfeld und das kann täglich anders sein. Das braucht Zeit, und dass ich mich auf mich selber einlasse.

Ich schaffe mir dann auch eine schöne Umgebung. Mal ist es mein Arbeitsraum, in dem ich die Yoga Matte auslege, die Stifte parat lege, eine Kerze anmache oder die Mucke laut aufdrehe.

Und mal ist es mein kleines gemütliches Zimmer, wo ich mich in meine Samtkissen legen kann, die Kerzen anmache, einen Tee trinke und ein Buch lese. Und warten …. aus dem Fenster schauen … Tagebuch schreiben … und dann kommt sie manchmal, wie auf Samtpfötchen geschlichen, die Kreativität. Oder sie überfällt mich dann beim Lesen eines Buches, beim Lesen eines Gedichts.

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