Chaos total

Heute morgen in der Runde der Schreibenden Frauen ergriff mich das Chaos.

Was mache ich hier eigentlich? Ich will ein Buch in 33 Tagen schreiben. Zeitgleich habe ich mit 2 ! Blog Kursen angefangen, habe diese Webseite angefangen. Und das alles, wo ich von Technik keine Ahnung habe. Am Wochenende wartet noch ein Seminar in Englisch auf mich, was es noch auszuarbeiten gilt. Ich muss verrückt sein.

Computer Chaos Clustering
Mein Chaos- Cluster. Es ist sehr voll, wie mein Kopf. Aber schön bunt.

Ja, ich schreibe jeden Tag an meinem Buch. Aber ist das genug? Und genüge ich überhaupt? So viele Menschen sagen, dass sie so gespannt sind auf mein Buch. Bin ich überhaupt Autorin? Bin ich nicht eine Hochstaplerin, die zwar irgendwie viel in ihrem Kopf angesammelt hat, aber doch kein Buch schreiben kann.

Ständig kommen Geschichten

Es sind meine Geschichten. Aber was haben denn die mit einem seriösen Buch zu tun? Eins was über die Stimme und das Nervensystem informieren möchte. Ja, möchte ich denn nur informieren? Warum möchte denn gerade dieses Buch so unbedingt das Licht der Öffentlichkeit erblicken? Ja, ich gebe es zu:

Ich glaube, dass ich etwas zu erzählen habe, dass meine Erfahrungen einen Unterschied in der Welt machen, dass es Menschen geben wird, die sich darin wiederfinden und die froh sind, diese Informationen zu erhalten.

Puh, jetzt ist es mal raus. Ich bin also anscheinend auf einer Mission. Vielleicht geht es leichter, wenn ich mir das erlaube. Und wenn ich gehört werden möchte, dann sind meine Geschichten doch genau das, was mich sichtbar und fühlbar für meine Leserinnen und Leser macht. Ich darf also auftauchen in diesem Buch, darf einen aktiven Part übernehmen, muss mich nicht höflich im Hintergrund halten.

Denn dies Buch handelt von mir.

Von meinem Weg zur Stimme, von meinem Weg zum Nervensystem. Von meinen ganz persönlichen Erfahrungen, die sich in diesen Themen wiederspiegeln.

“Vertrau deinem Schreibprozess” sagte Monika heute. Das sagt sich leichter als es getan ist. Momentan habe ich einen Berg vor mir und das Gefühl, kein Weg führt auf den Gipfel, den ich besteigen möchte. Die Wege führen irgendwohin und von einer Landkarte keine Spur.

Okay, ich erkunde also das Gelände, ich verlasse mich auf meine Sinne und gehe los. Lasse das Chaos passieren. Es ist bunt, es ist im Hier und Jetzt. Es besteht aus Flow, Überforderung, Überschwemmung, aus dem Roten Faden, es will Spaß haben, es zwingt mich, es atmet aus, es braucht eine Ordnung – was das Chaos braucht eine Ordnung??? Es braucht eine göttliche Ordnung. Puh, noch so ein Wort. Mit Gott will ich gerade nichts am Hut haben.

Es findet in meinem Kopf statt. Dort feuern die Synapsen, ich kann die Elektrizität förmlich spüren, etwas explodiert, ein klein wenig, aber spürbar. Nervensystems im Kopf. Vibrieren, hohe Frequenzen, Ströme von Energie. Und daraus formen sich Gedanken. Wie faszinierend. Es kommen Bilder. Die Begleitmusik ist ein Rauschen im Kopf.

Wie gut, einfach nur wahrzunehmen, einfach mit dem zu sein, was jetzt ist.

Jeder Versuch, in die Ordnung zurück zu kehren scheitert am Unwillen. Es möchte noch ein wenig chaotisch vor sich hin fließen, noch rauschen, noch summen, noch Blitze senden, sich einfach austoben. Es will unsortiert sein, es will, es will, es will. Und manchmal darf man vielleicht auch den Willen erlauben? Ah!! Kinder mit nem Willen, kriegen eins auf die Brillen.

Aber ich schweife ab. Da will was raus. Das Leben möchte erzählt werden. Mein Leben.

Und unten drunter droht SEO – es ist rot – es ist also falsch – Sorry Leute, aber Scheiß auf SEO in diesem Moment. Und im selben Moment muss ich nur noch lachen. Sch… sagt man nicht.

Und jetzt wird es leichter, denn ich darf doch schreiben wie ich möchte, darf erstmal ich sein in meinen Sätzen, alles andere kommt später. Nicht schon gleich selbst lektorieren, wie Monika, die Lektorin sagte.

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